Letzte Woche habe ich die Nachricht bekommen: CFM-Prüfung bestanden. Damit bin ich jetzt offiziell “Chartered Financial Modeler” und gehöre zu den wenigen zertifizierten Finanzmodellierern in Deutschland.
Was ist das Financial Modeling Institute?
Das Financial Modeling Institute (FMI) ist die einzige Akkreditierungsstelle weltweit, die sich ausschließlich auf Financial Modeling spezialisiert hat. Was das FMI besonders macht: Es wird von den großen Namen der Finanzwelt anerkannt und unterstützt.
Das FMI hat Partnerschaften mit dem CFA Institute (FMI hat das Financial Modeling Practical Skills Module für CFA Level 1 entwickelt), CFA Societies in UK, Schweiz und den Niederlanden, PwC Academy, AICPA & CIMA, ACCA, ICAEW (Institute of Chartered Accountants in England and Wales), Deloitte und Kaplan Schweser. Wenn diese Institutionen das FMI als Standard anerkennen, sagt das einiges über die Qualität aus.
Die Zertifizierungsstufen
Das FMI bietet vier Stufen:
Foundations (Einstieg): Grundlagen der Finanzmodellierung für Einsteiger.
Advanced Financial Modeler (AFM) (Level 1): Ein 4-stündiges Exam, in dem man ein komplettes 3-Statement-Modell von Grund auf bauen muss. Keine Hilfsmittel, kein Internet.
Chartered Financial Modeler (CFM) (Level 2): Das härteste Exam in der Finanzmodellierung weltweit. Hier geht es nicht mehr nur um technische Fähigkeiten, sondern um die Fähigkeit, komplexe Geschäftsszenarien zu analysieren und in ein funktionierendes Modell zu übersetzen.
Master Financial Modeler (MFM) (Honorary): Eine Auszeichnung für herausragende Beiträge zur Financial Modeling Community. Wird nur an wenige Personen weltweit vergeben.
Mein Weg zum CFM
2022 bin ich ins FMI-Programm eingestiegen. Damals war mein Ansatz noch relativ klassisch: EBITDA als Cashflow-Proxy, vereinfachte Bilanzstrukturen. Das FMI hat meinen Blick verändert.
Eigentlich wollte ich die CFM-Prüfung schon 2024 ablegen. Aber dann kamen mehr Aufträge rein als geplant und ich habe es um ein Jahr verschoben. Diesmal habe ich es anders gemacht: Arbeitspensum besser eingeplant, bewusst Aufträge abgelehnt, Zeit für die Vorbereitung geblockt. Hat funktioniert.
Heute baue ich jedes Modell als vollständiges 3-Statement-Modell auf. GuV, Bilanz, Cashflow. Auch bei Immobilienprojekten und Projektfinanzierungen, wo viele Modellierer auf die Bilanz verzichten. Warum? Weil eine Bilanz, die nicht aufgeht, dir sofort zeigt, dass irgendwo ein Fehler steckt. Das spart Zeit und Nerven.
Working Capital, verschiedene Debt-Strukturen, Eigenkapital-Waterfalls, Steuerplanung. Das sind heute Standardbausteine in meinen Modellen. Vor drei Jahren hätte ich das nicht so sauber hinbekommen.
Warum Zertifizierungen?
In Deutschland ist “Financial Modeling” noch keine etablierte Berufsbezeichnung. Jeder, der gut in Excel ist, kann sich Finanzmodellierer nennen. Zertifizierungen wie der CFM schaffen einen objektiven Standard.
Für meine Kunden bedeutet das: Sie wissen, dass meine Modelle nach internationalen Best Practices gebaut sind. Nicht weil ich das behaupte, sondern weil es vom FMI geprüft wurde. Derselben Organisation, die auch für PwC, Deloitte und das CFA Institute die Messlatte setzt.
Was jetzt?
Ich werde demnächst einen ausführlicheren Artikel über Financial Modeling Ausbildungen schreiben. Was gibt es, was lohnt sich, wie viel Zeit muss man investieren. Falls das interessant klingt: Auf LinkedIn folgen oder hier vorbeischauen.
Für heute: Ich freue mich einfach. Der CFM war ein Ziel, das ich mir 2022 gesetzt habe. Jetzt ist es geschafft.