Finanzmodellierung · Financial Modeling
Finanzmodellierung. Ein Geschäft, übersetzt in eine Rechnung.
Finanzmodellierung ist das Übersetzen eines Unternehmens oder Vorhabens in eine Rechnung aus GuV, Bilanz und Cashflow. Das Finanzmodell zeigt, was passiert, wenn die Annahmen eintreten, und was passiert, wenn sie es nicht tun. Auf dieser Seite erkläre ich, was dahintersteckt, wo es gebraucht wird und wie ich Modelle baue.
Grundlagen
Was Finanzmodellierung ist
Jedes Geschäft folgt einer Logik. Ein Handwerksbetrieb verkauft Stunden und Material, ein Projektentwickler kauft ein Grundstück, baut und verkauft, ein Solarpark erzeugt Strom und bedient einen Kredit. Ein Finanzmodell schreibt diese Logik als Rechnung auf: Welche Mengen, welche Preise, welche Kosten, welche Investitionen, welche Finanzierung. Und es rechnet aus, was daraus Jahr für Jahr in GuV, Bilanz und Kasse wird.
Der entscheidende Unterschied zu einer einfachen Tabelle: Ein Finanzmodell ist dynamisch. Ändert sich eine Annahme, etwa ein Zins, eine Bauzeit oder ein Preis, rechnet sich alles Folgende neu. Damit lassen sich Fragen beantworten, die eine starre Planung nicht beantworten kann. Was passiert, wenn der Verkauf ein halbes Jahr später kommt? Ab welchem Zins wird die Finanzierung eng? Welche Annahme bewegt das Ergebnis am stärksten?
Die drei Rechenwerke hängen dabei zusammen. Der Gewinn aus der GuV erhöht das Eigenkapital in der Bilanz. Eine Investition erscheint als Abfluss im Cashflow und als Anlagevermögen in der Bilanz. Ein Kredit fließt zu, wird getilgt und verzinst. Geht die Bilanz in jeder Periode auf, ist das ein erster Beleg dafür, dass die Rechnung in sich stimmt. Man spricht deshalb von einem integrierten Modell.
Ein Finanzmodell ist keine Prognose. Es sagt nicht, was passieren wird, sondern was unter bestimmten Annahmen passiert. Sein Wert liegt darin, dass diese Annahmen offen auf dem Tisch liegen und sich ändern lassen. Wer ein gutes Modell hat, diskutiert über Annahmen statt über Formeln. Genau das macht Gespräche mit Bank, Investor, Käufer oder Gesellschaftern sachlicher.
Finanzmodellierung ist deshalb vor allem eine Fähigkeit, keine Vorlage. Eine Vorlage liefert Zeilen und Spalten. Die eigentliche Arbeit liegt darin, das Geschäft so zu verstehen, dass die Rechnung seine Logik richtig abbildet, nicht mehr und nicht weniger.
Annahmen
Alles, was von außen in das Modell kommt: Mengen, Preise, Kosten, Zinsen, Termine, Steuersätze. Jede Annahme steht an genau einer Stelle, mit Quelle.
Berechnung
Die Logik des Geschäfts in Formeln. Umsatz, Kosten, Investitionen, Finanzierung und Steuern, Periode für Periode, ohne feste Werte in den Formeln.
Ergebnisse
GuV, Bilanz und Cashflow, dazu die Kennzahlen, auf die es für die Frage ankommt. Mit Prüfungen, die zeigen, dass die Rechnung aufgeht.
Abgrenzung
Finanzmodell, Finanzplan, Businessplan: Was ist was?
Die Begriffe werden oft gleich verwendet. Für die Frage, was Sie brauchen, hilft der Unterschied aber weiter.
Finanzmodell
Die dynamische Rechnung hinter allem. GuV, Bilanz und Cashflow hängen zusammen, Annahmen lassen sich ändern, Szenarien rechnen. Die Grundlage, auf der Planungen, Bewertungen und Finanzierungen aufbauen.
Finanzplan
Meist das Ergebnis eines Finanzmodells für einen bestimmten Zweck, etwa für die Bank oder den Businessplan. Oft eine feste Fassung, die einen Planungsstand zeigt.
Businessplan
Ein Dokument mit Geschäftsidee, Markt, Team und Strategie. Der Finanzteil darin sollte aus einem Finanzmodell stammen, damit er sich bei Rückfragen anpassen lässt.
Excel-Vorlage
Ein vorgefertigtes Gerüst mit festen Zeilen. Für einfache Fälle ein Anfang. Sobald das Geschäft eigene Logik hat, passt das Geschäft nicht mehr in die Vorlage oder die Vorlage nicht mehr zum Geschäft.
Planungssoftware
Stark, wenn viele Nutzer dieselben Standardprozesse planen. Für individuelle Fragen wie eine Projektfinanzierung, einen Kauf oder einen Business Case meist zu starr und für Dritte schwer nachzuvollziehen.
Anwendung im Unternehmen
Wofür Unternehmen ein Finanzmodell brauchen
Im Unternehmen entsteht der Bedarf fast immer an einem Anlass. Eine Bank will Zahlen sehen, ein Investor fragt nach dem Plan, eine große Investition steht an, ein Gesellschafter will aussteigen. Dann reicht die BWA nicht mehr, weil sie nur zurückschaut. Gebraucht wird eine Rechnung, die nach vorne zeigt und Rückfragen aushält.
Ein typisches Beispiel: Ein Mittelständler will eine neue Halle bauen und dafür einen Kredit aufnehmen. Die Bank fragt, ob der Betrieb den Kapitaldienst auch dann noch trägt, wenn der Umsatz ein Jahr lang zurückgeht. Mit einem integrierten Modell ist das eine Frage von Minuten: Annahme ändern, Ergebnis ablesen, Puffer zeigen. Ohne Modell ist es eine Schätzung, und die Bank merkt den Unterschied.
Gemeinsam ist allen Anlässen dieselbe Arbeit: Zahlen erfassen, ein Modell rechnen, das Ergebnis einordnen. Nur die Frage ist eine andere. Deshalb führt jeder Anlass auf eine eigene Leistung.
Planung und Liquidität
Integrierte Planung aus GuV, Bilanz und Liquidität, aufgebaut auf den Ist-Zahlen. Reicht das Geld, und wann wird es eng?
Finanzierung
Ein Modell, das Bank oder Investor prüfen können. Kapitaldienst, Kennzahlen und Szenarien, die Rückfragen standhalten.
Investition
Business Case für eine Anlage, eine Produktlinie, einen Standort. Rechnet sich das Vorhaben, und unter welchen Annahmen nicht mehr?
Bewertung
Was ist das Unternehmen wert? DCF, Multiplikatoren und eine Zweitmeinung zu Zahlen, die andere gerechnet haben.
Verkauf
Die Zahlen so aufbereiten, dass ein Käufer sie nachrechnen kann. Bevor er es tut.
Steuerung
Controlling und Reporting, das aus dem Modell gespeist wird. Plan gegen Ist, Monat für Monat.
Anwendung in der Projektentwicklung
Finanzmodelle in Projektentwicklung, Immobilien und Energie
In der Projektentwicklung ist das Finanzmodell kein Zusatz, sondern Voraussetzung. Ohne belastbare Rechnung gibt es kein Eigenkapital, keine Bankfinanzierung und keine Entscheidung über den Ankauf. Dabei unterscheidet sich die Logik deutlich vom laufenden Unternehmen: Ein Projekt hat einen Anfang und ein Ende, und das Geld fließt in Phasen.
Am Anfang steht viel Kapitalbedarf und kein Ertrag. Grundstück, Planung und Bau kosten Geld, oft über Jahre. Erst danach kommen Mieten, Stromerlöse oder ein Verkaufserlös. Diese Zeitstruktur entscheidet über alles Weitere: wie viel Eigenkapital in der Spitze gebraucht wird, wie die Bank ihre Tranchen auszahlt, wann Zinsen anfallen und wann die Investoren ihr Geld zurückbekommen.
Typisch sind deshalb Bausteine, die es im normalen Unternehmensmodell nicht gibt. Baukosten werden nach Baugruppen erfasst und über eine Kurve auf die Bauzeit verteilt. Bauzeitzinsen werden kapitalisiert. Bei Energieprojekten hängt der Ertrag an Sonnenstunden oder Wind, an Jahreszeiten, an der Leistungsabnahme der Module und an Wartung und Ersatzinvestitionen. Bei Immobilien steht eine Mieterliste mit Laufzeiten, Indexierung und Leerstand im Zentrum.
Für die Bank zählt vor allem, ob der laufende Cashflow den Kredit in jedem Jahr bedient, auch wenn es schlechter läuft als geplant. Sie rechnet deshalb mit eigenen Abschlägen und vereinbart Mindestwerte für Kennzahlen wie die Schuldendienstdeckung. Ein Modell, das diese Kennzahlen schon zeigt und schwächere Fälle gleich mitrechnet, verkürzt die Prüfung und vermeidet Überraschungen in der Kreditentscheidung.
Am Ende verteilt ein Wasserfall die Rückflüsse auf die Beteiligten: zuerst die Bank, dann das Eigenkapital, oft mit Vorzugsrendite und Gewinnbeteiligung für den Entwickler. Wer hier sauber rechnet, verhandelt mit Investoren und Banken auf Augenhöhe. Die Bank prüft ohnehin nach, mit eigenen Kennzahlen und eigenen Szenarien.
Phase 1
Ankauf
Grundstück oder Bestand, Kaufnebenkosten, Due Diligence. Was darf der Ankauf kosten, damit das Projekt trägt?
Phase 2
Entwicklung
Planung, Genehmigung, Bau. Baukosten nach Gewerken, Zeitplan, Finanzierung in Tranchen, Bauzeitzinsen.
Phase 3
Betrieb
Mieten oder Stromerlöse, Betriebskosten, Instandhaltung, Kapitaldienst. Trägt der laufende Cashflow den Kredit?
Phase 4
Ausstieg
Verkauf, Refinanzierung oder Halten. Ausstiegswert, Rückzahlung der Bank, Verteilung auf die Eigenkapitalgeber.
Das Handwerk
Warum Finanzmodellierung ein Handwerk ist
Excel kann fast jeder bedienen. Ein belastbares Finanzmodell bauen können deutlich weniger. Der Unterschied liegt nicht in der Formelkenntnis, sondern in drei Fähigkeiten, die man nur durch viele gebaute Modelle lernt.
Erstens: das Geschäft verstehen. Bevor die erste Formel steht, muss klar sein, wie das Geschäft Geld verdient, wo es Geld bindet und wann es Geld braucht. Ein Handwerksbetrieb mit Vorfinanzierung von Material, ein Händler mit Lager, ein Projektentwickler mit Bauzeit: Jedes Geschäft hat seine eigenen Stellen, an denen die Liquidität hängt. Diese Stellen zu finden ist die halbe Arbeit.
Zweitens: Struktur halten. Ein Modell wächst. Erst kommt der Umsatz, dann die Kosten, dann die Finanzierung, dann die Steuern, dann ein zweites Szenario. Ohne klare Struktur wird daraus nach wenigen Wochen ein Geflecht, das nur noch sein Autor versteht. Gute Modelle trennen Annahmen, Berechnung und Ergebnisse, nutzen eine einheitliche Zeitachse und rechnen jede Größe genau einmal.
Drittens: Fehler ausschließen. Ein Vorzeichenfehler, eine falsch gezogene Zeile, ein vergessener Zeitraum. Solche Fehler fallen nicht auf, solange niemand nachrechnet. Wenn es die Bank oder der Käufer tut, kosten sie Vertrauen. Deshalb gehören Prüfungen in jedes Modell: Geht die Bilanz auf? Stimmt die Kasse mit dem Cashflow überein? Summieren sich die Teile zum Ganzen?
Wer diese Fähigkeiten beherrscht, hat ein Werkzeug, das in jeder Branche und bei jedem Anlass trägt. Die Logik eines Kredits ist im Solarpark dieselbe wie im Mittelstand. Die Trennung von Annahmen und Berechnung hilft beim Business Case genauso wie bei der Bewertung. Deshalb halte ich Finanzmodellierung für ein besonders wertvolles Handwerk: Es lässt sich auf fast jede wirtschaftliche Frage anwenden.
Für dieses Handwerk gibt es Standards und Prüfungen. Ich baue nach dem FAST-Standard und den Best Practices des Financial Modeling Institute. FAST steht für Flexible, Appropriate, Structured, Transparent: klare Struktur, keine festen Werte in Formeln, Trennung von Eingabe, Berechnung und Ausgabe. Geprüft wird das Handwerk unter anderem durch den Chartered Financial Modeler (CFM) des Financial Modeling Institute. Zur Prüfung wird nur zugelassen, wer die Vorstufe AFM hat. Sie dauert vier Stunden, wird beaufsichtigt, kommt ohne Multiple-Choice-Fragen aus und findet einmal im Jahr statt.
Keine Black Box. Jede Formel ist offen, jede Annahme steht an einer Stelle. Sie bekommen das Modell, nicht nur das Ergebnis.
Mein Ansatz
Modular gebaut: zwei Grundmodelle, viele Bausteine
Seit 2020 bin ich selbständig als Finanzmodellierer und habe 50 Projekte begleitet. Dabei ist ein Baukasten entstanden. Viele Teile eines Finanzmodells wiederholen sich, egal ob es um einen Solarpark, eine Immobilie oder einen Mittelständler geht. Ein Kredit wird immer ausgezahlt, verzinst und getilgt. Forderungen entstehen immer aus Umsatz und Zahlungsziel. Abschreibungen folgen immer aus Investitionen und Nutzungsdauer.
Statt diese Teile jedes Mal neu zu bauen, setze ich erprobte Module ein und passe sie an. Die Logik bleibt gleich, die Parameter ändern sich. Das spart Zeit, und es senkt das Fehlerrisiko, weil jedes Modul schon in anderen Projekten gerechnet und geprüft wurde. Neu gebaut wird nur, was Ihr Geschäft wirklich von anderen unterscheidet.
Grundlage ist eines von zwei Kernmodellen. Welches passt, hängt davon ab, ob Ihr Geschäft laufend Umsatz erzielt oder als Projekt mit Anfang und Ende funktioniert.
Projektgeschäft
Vom Start bis zum Ausstieg: Ankauf, Entwicklung, Betrieb, Verkauf. Für Immobilien, Energieprojekte, Infrastruktur. Im Mittelpunkt stehen Phasen, Kapitalbedarf in der Spitze und die Rückflüsse an Bank und Eigenkapital.
Laufendes Geschäft
Aufbauend auf den historischen Zahlen, drei bis zehn Jahre nach vorne. Umsatzmodell, Kosten, Working Capital, Investitionen, Finanzierung. Für Mittelstand, Handel, Dienstleistung und Startups.
Bausteine, die in fast jedem Modell vorkommen
Kredite und Kreditlinien · Steuern · Personal · Gemeinkosten · Forderungen · Verbindlichkeiten · Lager · Anlagevermögen und Abschreibung · Ausschüttungen und Einlagen · Bilanz · Cashflow-Rechnung
Bausteine für bestimmte Geschäfte
Mieterliste · Baukosten nach Baugruppen · Baufortschrittskurven · Stromertrag nach Jahreszeit · Wartung und Ersatzinvestitionen · Kundenkohorten und Kündigungen · Abonnement-Umsätze · Vertriebstrichter · Equity Waterfall
Das Modell wächst mit. Startet es als einfacher Business Case, lassen sich Finanzierung, Steuern oder Working Capital später ergänzen, ohne dass die Grundstruktur verloren geht. So komplex wie nötig, so einfach wie möglich.
Inhalte und Kennzahlen
Was in einem Finanzmodell steckt, je nach Anwender
Die Grundstruktur ist immer dieselbe. Was im Modell im Vordergrund steht und an welchen Kennzahlen es gemessen wird, hängt davon ab, wer es nutzt und wofür.
Mittelstand und Handwerk
Umsatz nach Bereichen, Material und Personal, Lager, Forderungen, Verbindlichkeiten, Investitionen, Kredite. Aufgebaut auf BWA und Jahresabschluss.
Typische Kennzahlen
EBITDA und EBITDA-Marge · Freier Cashflow · Kapitaldienstfähigkeit · Nettoverschuldung zu EBITDA · Eigenkapitalquote · Forderungs-, Lager- und Lieferantenziel in Tagen
Projektentwicklung Immobilien
Grundstück, Baukosten nach Gewerken, Bauzeit, Vermarktung oder Vermietung, Finanzierung in Tranchen, Bauzeitzinsen, Gewinnverteilung.
Typische Kennzahlen
Projekt-IRR und Eigenkapital-IRR · Equity Multiple · Entwicklergewinn auf Gesamtkosten · Eigenkapitalbedarf in der Spitze · Loan to Cost und Loan to Value
Energieprojekte
Anlagengröße, Ertrag nach Jahreszeit, Leistungsabnahme, Einspeisevergütung oder Stromabnahmevertrag, Betrieb, Wartung, Ersatzinvestitionen, Projektfinanzierung.
Typische Kennzahlen
Schuldendienstdeckung (DSCR) · Deckung über die Kreditlaufzeit (LLCR) · Eigenkapital-IRR · Stromgestehungskosten · Amortisationsdauer
Bestandsimmobilien
Mieterliste mit Laufzeiten und Indexierung, Leerstand, Bewirtschaftung, Instandhaltung, Darlehen mit Zinsbindung und Anschlussfinanzierung.
Typische Kennzahlen
Nettomietertrag (NOI) · Mietrendite · Leerstandsquote · Gewichtete Restlaufzeit der Mietverträge · Zinsdeckung und DSCR · Loan to Value
Startups und Wachstum
Kundengewinnung, Kohorten, Kündigungen, Preismodelle, Personalaufbau, Finanzierungsrunden, monatliche Liquidität.
Typische Kennzahlen
Wiederkehrender Umsatz (MRR, ARR) · Kosten je gewonnenem Kunden · Kundenwert zu Gewinnungskosten · Burn Rate und Reichweite · Umsatzbindung bestehender Kunden
Transaktionen
Geschäftsplan des Zielunternehmens, Kaufpreis, Überleitung vom Unternehmenswert zum Eigenkapitalwert, Akquisitionsfinanzierung, Ausstieg.
Typische Kennzahlen
Unternehmenswert zu EBITDA · Nettofinanzverschuldung · Verschuldungsgrad nach Kauf · Rendite und Multiple des Investors · Kapitaldienstfähigkeit nach Kauf
Kennzahlen sind dabei das Ergebnis, nicht der Ausgangspunkt. Wer eine Kennzahl in den Mittelpunkt stellt, ohne die Rechnung dahinter zu verstehen, sieht nicht, warum sie sich bewegt. Ein gutes Modell zeigt deshalb nicht nur die Zahl, sondern auch, welche Annahmen sie treiben. Steigt der Zins um einen Prozentpunkt, sinkt die Schuldendienstdeckung um einen bestimmten Betrag. Verzögert sich der Bau um ein Quartal, steigt der Eigenkapitalbedarf. Diese Zusammenhänge sind es, die in Gesprächen mit Bank und Investor zählen.
Für das Vermögen von Unternehmerfamilien gilt dieselbe Logik: Betrieb, Wohnungen, Flächen und Darlehen in einer Rechnung, mit Reichweite, Liquiditätspuffer und Fälligkeiten als Kennzahlen.
Qualität
Woran Sie ein gutes Finanzmodell erkennen
Ob Sie ein Modell bauen lassen oder ein vorhandenes prüfen: Diese Punkte zeigen schnell, ob es trägt.
Annahmen an einer Stelle
Jede Annahme steht genau einmal, mit Quelle oder Begründung. Wer sie ändern will, muss nicht suchen.
Keine festen Werte in Formeln
Zahlen, die in Formeln versteckt sind, werden bei der nächsten Änderung vergessen. Sie gehören zu den Annahmen.
Eine Zeitachse für alles
Alle Blätter rechnen auf derselben Zeitachse. Monate, Quartale oder Jahre werden sauber verdichtet, nicht neu erfunden.
Die Bilanz geht auf
In jeder Periode, in jedem Szenario. Dazu weitere Prüfungen, die auf einen Blick zeigen, ob die Rechnung stimmt.
Szenarien und Sensitivitäten
Mindestens ein schwächerer Fall neben dem Plan. Dazu die Annahmen, die das Ergebnis am stärksten bewegen.
Nachvollziehbar für Dritte
Ein Analyst der Bank oder ein Käufer muss die Logik verstehen, ohne den Autor anzurufen. Dokumentation gehört dazu.
Wenn ein vorhandenes Modell vor der Bank oder in einer Verhandlung zum Einsatz kommt, ist eine zweite Sicht vorher sinnvoll. Dafür gibt es das Model Review.
Ablauf
So entsteht ein Finanzmodell
Ob Unternehmen, Projekt oder Mandat: Der Weg zum Modell ist immer derselbe. Unterschiedlich sind nur die Unterlagen und die Dauer.
01
Frage klären
Was soll das Modell beantworten, für wen und bis wann? Eine Bank stellt andere Fragen als ein Käufer. Die Frage bestimmt, wie detailliert das Modell wird.
02
Logik skizzieren
Wie verdient das Geschäft Geld, wo bindet es Kapital, wann braucht es Liquidität? In einem Workshop von zwei bis drei Stunden entsteht die Struktur, bevor gerechnet wird.
03
Annahmen sammeln
Ist-Zahlen, Verträge, Angebote, Planwerte. Was feststeht, wird übernommen. Was nicht feststeht, wird als Annahme festgehalten und begründet.
04
Bauen
Aus den Modulen des Baukastens und dem, was Ihr Geschäft besonders macht. Sie sehen Zwischenstände und korrigieren Annahmen.
05
Prüfen
Bilanz, Kasse und Summen werden automatisch geprüft. Dazu der Abgleich mit den Ist-Zahlen und ein Blick auf die Plausibilität jeder wichtigen Kennzahl.
06
Übergeben
Modell, Dokumentation und ein Termin, in dem wir das Ergebnis besprechen. Das Modell bleibt bei Ihnen.
Werkzeug
Warum Excel
Excel ist das Werkzeug, das Bank, Steuerberater, Investor und Ihr eigenes Team lesen können. Keine Lizenz, keine Software, die nur einer bedienen kann. Das ist Absicht. Jede Formel lässt sich anklicken und nachvollziehen.
Wo Zahlen laufend aus der Buchhaltung kommen und regelmäßig berichtet werden, ergänze ich Power BI. Das Modell bleibt in Excel, der Bericht zieht die Zahlen daraus. Das Werkzeug ist Mittel, nicht Ergebnis.
Für wen
Dieselbe Rechnung, drei Anwendungen
Die Gesellschaft
Für Unternehmen
Planung, Finanzierung, Business Case, Bewertung, Verkauf und Reporting. Für Geschäftsführer, Gesellschafter und Projektentwickler.
Die Unternehmerfamilie
Für Vermögen
Betrieb, Wohnungen, Flächen und Darlehen in einer Rechnung. Was trägt das Vermögen, und wann wird Geld gebraucht?
Das Mandat
Für Berater
Financial Modeling für M&A-Berater, Capital Advisory und Bewerter. Ich rechne in Ihrem Mandat. Ihr Mandant bleibt Ihr Mandant.
Belege
Ich baue Finanzmodelle seit 2020.
Seit 2020 bin ich selbständig als Finanzmodellierer und habe 50 Projekte begleitet. Ein Ausschnitt der Modelle:
Mittelstand und Handel
Integrierte Planung mit Lager, Forderungen und Verbindlichkeiten, aufgebaut auf der historischen Bilanz.
Solarpark
Baukosten nach Baugruppen, Ertrag nach Sonnenstunden und Jahreszeiten, Wartung und Ersatzinvestitionen.
Software-Startup
Kundenkohorten und Kündigungen, Cashflow gegenüber Umsatzrealisierung.
Immobilien
Mieterliste und Equity Waterfall mit Mindestrendite für die Eigenkapitalgeber.
FAQ
Häufige Fragen zur Finanzmodellierung
Was ist Finanzmodellierung?
Das Übersetzen eines Unternehmens oder Vorhabens in eine Rechnung aus GuV, Bilanz und Cashflow. Das Finanzmodell zeigt, was unter bestimmten Annahmen passiert, und lässt sich ändern, wenn sich die Annahmen ändern.
Wer braucht ein Finanzmodell?
Jeder, der eine größere finanzielle Entscheidung treffen oder begründen muss: Unternehmen vor einer Finanzierung oder Investition, Projektentwickler vor Ankauf und Bankgespräch, Gesellschafter vor einem Verkauf, Berater in ihren Mandaten.
Was kostet ein Finanzmodell?
Das hängt vom Umfang ab: wie viele Geschäftsbereiche, Gesellschaften und Szenarien, wie viel Historie, welche Finanzierung. Nach dem Vorgespräch bekommen Sie Umfang, Dauer und ein festes Honorar schriftlich.
Vorlage oder individuelles Modell?
Eine Vorlage reicht, wenn Ihr Geschäft in ihre Zeilen passt. Sobald Bank, Investor oder Käufer nachfragen, zählt, dass das Modell Ihre Logik abbildet und sich jede Zahl erklären lässt. Mein modularer Ansatz verbindet beides: erprobte Bausteine, angepasst an Ihr Geschäft.
Was ist der FAST-Standard?
Ein Regelwerk für den Aufbau von Finanzmodellen. FAST steht für Flexible, Appropriate, Structured, Transparent. Im Kern: klare Struktur, keine festen Werte in Formeln, Trennung von Eingabe, Berechnung und Ausgabe.
Wem gehört das Modell?
Ihnen. Sie bekommen das Modell in Excel, offen und mit Dokumentation. Kleinere Anpassungen können Sie oder Ihr Team selbst vornehmen. Für größere Umbauten bin ich wieder da.
Welche Unterlagen brauchen Sie?
Zum Start vor allem Ihr Verständnis des Geschäfts: Wie verdienen Sie Geld, was soll das Modell beantworten? Dazu, was vorhanden ist, etwa Abschlüsse, BWA, Planung, Verträge oder ein bestehendes Modell. Was fehlt, sage ich Ihnen.
Wie lange dauert es?
Das hängt vom Umfang und von den Unterlagen ab. Die Dauer steht im Angebot nach dem Vorgespräch. Läuft eine Frist, etwa ein Banktermin, planen wir rückwärts von ihr.
Bauen Sie Modelle auch auf Englisch?
Ja. Für internationale Investoren oder Banken baue ich Modelle auf Englisch oder zweisprachig.
Vorgespräch
Sagen Sie mir, welche Frage ansteht. Den Rest klären wir in 30 Minuten.
30 Minuten. Per Video-Call.
Die Ergebnisse beruhen auf den dokumentierten Annahmen. Änderungen einzelner Annahmen können die Ergebnisse erheblich verändern. Die Planungsrechnung ist keine Prognose.